Tag 47: »Weißt du, es ist ja wie in der Realität, wenn du ein Buch liest«

Ich lese einfach. Ich bin dann in meiner Realität. Schön ist es, wenn ich das Buch abhole, so richtig altmodisch in der Buchhandlung. Nicht schön, wenn  es in Plastikfolie eingeschweißt ist. Deshalb wundere ich mich sehr, dass die Bücher hier so eingeschweißt hängen. Da kann man ja gar nicht lesen, das ist ja so wie in der Zensur damals.

Ich denke mir Bücher für mich selbst aus. Die ich dann durchlese. Ich brauche das gar nicht aufzuschreiben, ist alles in meinem Kopf. So richtig Kapitel für Kapitel abgespeichert. Ich lese jeden Tag drin, manchmal schlage ich meinen Kopf bei einer Seite auf, lese mich fest, erschrecke über die Zeit, die vergeht, schlage wieder zu.

Ich werde mein Gehirn der Nachwelt sponsern, so als neuronales Workbook für Schreibwerkstätten. Vielleicht wollen die mal analysieren, wo Figuren und Handlung so her kommen. Dann ist auch für was gut.

So ist das bei mir: »Weißt du, es ist ja wie in der Realität, wenn du ein Buch liest.«