Tag 21: »Während wir schliefen, stieg das Wasser und war überall«

Wie ist das, wenn die eigene Sprache ausstirbt? Nur noch ich diese Sprache spreche, mich keiner mehr versteht? Und keiner mehr noch lernen will, mich zu verstehen?

Ich lebe auf der indischen Insel Andamanen. Ich höre den Klang meiner Stimme. Spreche immer wieder. Liege hier mit meinen 85 Jahren. Und weiß: Jetzt sterbe ich. Und mit mir die Sprache. Sie verschwindet mit mir. Nach 65.000 Jahren ist meine Sprache nun verschwunden. 

Nein, ich nehme sie mit, ich bewahre unsere Sprache. Für alle Zeiten. In meinem Herzen. Ich atme noch einmal, dann gehen wir. Wir beide.

Es ist völlig dunkel im Raum, auf der Leinwand bewegt sich ein dünner Strich zum Klang dieser Stimme. Dann hört die Bewegung auf. Im Untertitel ist noch zu lesen: »Während wir schliefen, stieg das Wasser und war überall.«

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