Tag 64: »Das ist eine beseelte Geschichte«

Er log nicht. Er sagte nur nicht alles. Um sie nicht zu verletzen. Mit seinem Kreisen um sich selbst nicht zu verletzen. Weil er nach den Jahren immer noch nicht verstand, was geschehen war. Mit ihm geschehen war. Er geschehen lassen hatte. Er geschieht. Um in dieser Welt bestehen zu können. Da sprach das Kind aus ihm. Was ihn immer noch begleitete. Auf sein Recht pochte, gesehen zu werden.

Was er nun fühlt: Er liebt. Nach diesen Jahrzehnten fühlt er dies zum ersten Mal in einer Form, die ihm vorher unbekannt war. Oder überdeckt war. Er vermisst sie. Er sorgt sich um sie, wenn sie im Regen auf der Autobahn ist. Er schaut sie an, wenn sie schläft. Er freut sich, wenn sie aufsteht am Morgen. Er kocht für sie. Schläft neben ihr ein. Sucht in der Nacht ihre Hand. Findet sie.

Er liebt sie. Aufrichtig. Jetzt kann er sagen: »Das ist eine beseelte Geschichte.«

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