Tag 62: »Bis hier Hund und da Mensch« 

Darf ich auch mal was sehen? Alles hängt so hoch. Und riecht immer gleich. Oder nach gar nichts, weil`s in Plastik verpackt ist. Da ich anständig erzogen bin, hinterlasse ich auch keine Markierungen an den Kunstwerken. Ich darf sowieso nirgendwo rein. Habe ich gerade in der Hausordnung gelesen, die ist in 6 Punkt geschrieben, wer macht denn sowas? ICH kann das lesen, aber ihr?

Wir waren schon beim letztem Mal da, da hatten wir einen extra Hundeplatz! Und Wahlrecht! Und diese Frau, die alles gecheckt hat, einen Malteser auf dem Arm. Darsi! Ich war gleich verknallt. Und jetzt: Nischt! Mein Frauchen hat auch noch schlechte Laune gehabt, als sie aus dem Museum kam. Ich werde über den Rasen gezerrt, das macht sie echt sonst nie. Angeflaumt auch noch. Ich habe doch brav gewartet. Na gut, einige Blödmänner verbellt. Aber von gefühlt achtzig Kindern streicheln lassen. Von Erwachsenen auch. Die immer in dieser Kindersprache mit mir reden. Kenn ich schon, finde ich mich mit ab und notiere es abends in mein Tagebuch.

Wir sollten auf diese dOGUMENTA gehen. Nach New York. Mit einer Skulptur zum anpinkeln. Kunst aus Hundekuchen. Knochengerüste. Und Terrier Rocky ist Kurator. Hach.

Ein Anfang immerhin – die Frau zeigt auf ein Bild und spricht mir aus der Seele: »Bis hier Hund und da Mensch.«

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