Tag 32: »So erfahren alle, dass an der Decke noch etwas hängt«

Typen gibt es sehr unterschiedliche, dass weiß ich als Journalist. Ich nehme das sportlich. Ich habe gerade ein Interview gemacht und sehe diesen Typen vor mir, der seine Zeit mit Lauschen verbringt. Wem es hilft, der soll es tun. Seine Zitate sind ganz okay. Besser gesagt: die Zitate von Besuchern. Er verrät mir auch ein unveröffentlichtes: »Dieser Panzer, da habe ich gar kein Bild dazu.«

Ich habe Bilder zu Panzern. Und ich hätte sie gerne wieder aus meinem Kopf. Jeden Tag bekommen wir diese Bilder, da fragt uns keiner, ob wir das überhaupt wollen. Wir sehen so viel mehr als später unsere Leser.

Meine Kollegin bearbeitet Kommentare, die auf die Webseite gepostet werden. Sie muss entscheiden, was dann erscheint. Ich habe keine Ahnung, wo sie diese Worte hindrückt. Der Hass kommt bei uns öffentlich nicht vor, da bin ich froh. Ich wünsche mir einen großen Ausguss in jeder Etage, wo wir diese Worte runterspülen können. Oder einen Baustellencontainer, der täglich entsorgt wird. Mit Worten und Bildern, die keiner braucht.

Mein Interviewpartner will noch eine längere Geschichte schreiben, in der ein Feuerteufel beim Parthenon die Hauptrolle spielt. Da läuft es mir kalt den Rücken runter, mein Name ist schließlich der Schutzpatron der Feuerwehr.

Zurück in der Redaktion tippe ich die letzten Worte in meinen PC: »So erfahren alle, dass an der Decke noch etwas hängt.«

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