Tag 28: »Wenn die Geschichte sich wiederholt, ist es durch und durch«

Das Axolotl im Aquarium bewegt sich nicht. Die Besucher klopfen an die Scheibe. Fuck you, guys.

Ich schaue auf die Tapete daneben und glaube, dass sich mein Leben gerade wiederholt. Zum hundertsten Male wiederholt wie dieses Muster auf der Tapete: Wenn mich mein Freund verläßt, weil ich »zu kompliziert bin«. Wenn mein Coach die Sitzung beendet, weil »wir doch heute wieder einen Schritt gemacht haben«. Wenn meine Mutter mich, wie jeden Tag, schon an der Tür erwartet mit den Worten »Endlich kommst du mal«. Wenn mein Bäcker mich nach meiner »Brotkarte« fragt und ich keine habe. Wenn mein Bankautomat mich nach der »Scheinauswahl« fragt und ich zum Schein auswähle. Wenn Gunter Tiersch mir zuruft »Mach Sie’s gut« und ich es wieder nicht gut mache. Wenn ich lächele und der Andere nicht zurück lächelt. Wenn ich am Parkautomat auf »Quittung« drücke und keine bekomme. Wenn Trump »You are Fake News« sagt, wenn Erdoğan die Welt verhaftet, wenn Merkel die Raute rautet, die G20-Gegner die Porsches anzünden, die Polizisten pfeffern und wasserwerfern, Michael Wollny durch die Nacht fährt, Karl marxt. Wenn ich wieder allein bin. Wieder.

Ich schaue auf den Zettel mit der Erklärung und lache mich kaputt: »Wenn die Geschichte sich wiederholt, ist es durch und durch.«

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