Tag 10: »Häufiges Zweifeln und Misstrauen kann zur Sucht werden«

Ich habe mich versteckt in einem Apartment, das zur Ausstellung gehört. Versteckt auf dem Klo, wirklich simpel und trotzdem effektiv. Gestern Abend schloss sich die Tür und ich war allein. Mit diesen Bildern und mit diesen rosa Waschbecken, Badewannen und Kloschüsseln.

Die Bilder brauchen die Stille. Und meine Augen, die sie abtasten. Behutsam. Sie müssen sich erholen von den tausend Blicken des Tages. Ganz ruhig. Das Licht verschwindet, die Dunkelheit kommt, die Bilder sind weiter da. Ich rieche an den Leinwänden. Behutsam. Keine Angst. Ich bin ja da. Ich lege mich hin, schlafe bei diesen Leinwänden. Traum. Aufgewacht. Noch ein Traum.

Die Sonne geht auf und ich habe einen Blick auf den Parthenon, den sonst keiner hat. Lange steht ich hier, lasse das Aufwachen durch mich hindurchfließen. Wäre gern noch Teil meines Traums, da war alles so einfach. So wie Hier – und Jetzt.

Ich schaue in letztes Mal aus dem Fenster. Dann öffne ich die Tür zum Treppenhaus, verlasse das Apartment, gehe die Treppe hinunter. An der Wand hängt ein Zettel: »Häufiges Zweifeln und Misstrauen kann zur Sucht werden.«

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