Tag 85: »Politische Emotionen der Freude entwickeln«

Wenn wir wollen, können wir richtig Gas geben.

Inspiriert vom Werk des argentinischen Konzeptkünstlers und Schriftstellers Roberto Jacoby, stellt diese dreitägige Veranstaltung ein kritisches und performatives Treffen von Künstler_innen, Aktivist_innen, Denker_innen, Tänzer_innen und Dichter_innen dar, die als Kollektiv daran arbeiten, in Zeiten rassistischer Wut, neo-nationalistischer Angst und neoliberaler Depression politische Emotionen der Freude zu entwickeln.

Inspiriert von der neoliberalen Angst arbeitet das Kollektiv von Emotionen_innen, Wut_innen und Freunde_innen daran, performative Konzepte kritisch zu inspirieren.

Rassistische Freude, gepaart mit Kritik und Performation, arbeitet in politischer Freude an Emotionen und – Angst. Jacoby-Konzepte aus Argentinien! Wut!

Freude, Werk, Nationalismus treffen auf Denker_innen, Tänzer_innen, Mitglieder_innen, Aktivist_innen.

Depressiver Neoliberalismus, ängstlicher Nationalismus – konzipiert von wütenden Rassisten, emotionalen Politikern und veranstaltet für drei Tage in Freude und Werk.

Schrift stellen, künstlern, tanzen, denken, dichten, kollektiven, performativen, entwickeln, arbeiten, ängsteln, politisieren. Alles in Zeiten rassistischer Depression, neonationalistischer Wut und neoliberaler Angstfreude.

Wir sind, was wir sagen, wir sagen, was wir sind und wir werden, yeah, ich schreie es für euch jetzt heraus, wir werden »politische Emotionen der Freude entwickeln«.

Tag 23: »Kommt ja überall vor: Traurigkeit und Feinde«

Meine Damen und Herren, ich habe die außerordentliche Freude, Sie heute auf der documenta 14 begrüßen zu dürfen. Als Rechtsanwalt und Notar stehe ich der Kunst ja als Betrachter gegenüber und frage mich oft: Was soll das? Das aber, meine Damen und Herren, ist gar nicht die Frage. Die Freiheit der Kunst ist ja auch die Freiheit der Deutungslosigkeit. Wir deuten auch nicht unsere Mandanten, sondern machen jeden Tag unsere Arbeit im Dienste der Menschheit. Ja genau, so hoch können wir heute schon einmal den Anspruch hängen, meine Damen und Herren. Denn was wäre die Welt ohne uns? Eine bessere Welt? Ganz sicher nicht, meine Damen und Herren. Eine Welt ohne uns wäre eine traurige Welt ohne außergerichtliche Einigungen, ohne Grundbücher, ohne das Recht, auch Recht zu bekommen. Lassen Sie sich durch diese documenta treiben, reflektieren Sie sich mit der Kunst, stellen Sie sich in Frage, meine Damen und Herren, kommen Sie den Ursprüngen Ihres Dasein auf die Spur, seien Sie einmal Sie selbst, lassen Sie den Anwalt Anwalt sein, den Notar Notar. Erleben Sie sich in dieser freien Welt der Künste. Ich wünsche Ihnen, meine Damen und Herren, einen ereignisreichen und lehrreichen Tag. Auf das Sie ein Anderer sind am Ende dieses Tages.

Eine Mutter steht im Hintergrund und sagt zu ihrem Sohn: »Kommt ja überall vor: Traurigkeit und Feinde.«